Wie geht es weiter nach Ausbildung und Studium?

Die allermeisten Studierenden und Azubis bleiben nach ihrem Studium oder der Ausbildung bei der FLÜWO. Hier können sie entweder eine reguläre Stelle antreten oder das neue Traineeprogramm durchlaufen. So oder so: Lernen gehört weiterhin dazu.

Alle Mitarbeitenden der FLÜWO können regelmäßig an Seminaren und Schulungen teilnehmen. Viele Kolleginnen und Kollegen absolvieren berufsbegleitend ein Studium oder eine Ausbildung – beispielsweise zum Immobilienökonom. Betriebswirt, Bilanzbuchhalter oder Master im jeweiligen Bereich. Hierbei unterstützt die FLÜWO, indem sie sich an den Kosten beteiligt und entsprechende zeitliche Freiräume lässt. Immer mehr Mitarbeitende nutzen dieses Angebot.

 

Ganzheitlich: das neue Traineeprogramm

Doch nicht jeder weiß direkt nach der Ausbildung oder dem Studium, wo der berufliche Weg hinführen soll. Gleichzeitig brauchen Unternehmen Mitarbeitende mit einem ganzheitlichen Verständnis von der  Arbeit. Das gilt auch für die FLÜWO. Deshalb hat sie ein Traineeprogramm ins Leben gerufen. Es richtet sich vorrangig an Personen, die bereits ihre Ausbildung oder das duale Studium bei der FLÜWO absolviert haben. „Wir nehmen aber auch Menschen als Trainee auf, die nicht bei der FLÜWO gelernt haben“, sagt Sabrina Schaal. Sie arbeitet bei der FLÜWO in der Personalentwicklung und im Recruiting.

 

Das Traineeprogramm der FLÜWO dauert 18 Monate und soll einen tieferen Einblick in einen bestimmten Bereich des Unternehmens und dessen Schnittstellen bieten. Die Mitarbeitenden sind fest angestellt und erhalten ein entsprechendes Gehalt – wie bei einer „herkömmlichen“ Festanstellung.

 

In ihrem jeweiligen Bereich arbeiten die Trainees im Tagesgeschäft mit. Das Ziel ist es, dort alle Prozesse und Schnittstellen intensiv kennenzulernen. Denn sie sollen zu Fachspezialistinnen und -spezialisten für ihren jeweiligen Bereich werden.

 

Darüber hinaus betreuen die Trainees eigene Projekte. „Das kann zum Beispiel bedeuten, einen Prozess bezogen auf das jeweilige Fachgebiet zu überarbeiten“, sagt Sabrina Schaal.

„Es geht darum, selbst
Verantwortung zu übernehmen
und schon einmal die Leitung
eines Projekts zu üben.“

Sabrina Schaal, Personalentwicklung und Recruiting

Ein weiterer Baustein des Programms ist die Hospitation bei einem anderen Wohnungsunternehmen. „Wir möchten dabei mit befreundeten Wohnungsunternehmen kooperieren und Mitarbeitende für einen kurzen Zeitraum austauschen. So können beide Unternehmen von dem Wissen, dem Können und dem Blick des jeweils anderen profitieren“, erzählt Sabrina Schaal. Abgerundet wird das Traineeprogramm der FLÜWO durch regelmäßige Feedbackgespräche und Fortbildungen.

Die Trainees können zwischen vier Bereichen wählen:

1. Steuerung und Kontrolle

Rechnungswesen, Controlling und Unternehmenssteuerung

2. Markt

Vermietung, Soziales und Hausbewirtschaftung

3. Technik

Neubau, Instandhaltung und Modernisierung

4. Baukostencontrolling

Technik, Rechnungswesen, Controlling und Unternehmenssteuerung

Erst prüfen, dann festlegen

Die erste Trainee startete Anfang 2019 bei der FLÜWO im Bereich Baukostencontrolling. Drei weitere werden im Herbst 2019 in den Bereichen Steuerung und Kontrolle, Markt sowie Technik das Programm beginnen. Der Vorteil für die Trainees: Sie müssen sich nach der Ausbildung nicht auf eine konkrete Stelle festlegen, sondern nur auf einen Bereich. Anschließend können sie noch einmal 18 Monate dafür nutzen, um herauszufinden, welche Aufgabe im Unternehmen ihnen wirklich liegt.

 

„Wer gern mit Zahlen arbeitet, wird sich zum Beispiel eher für den Bereich Steuerung und Kontrolle entscheiden. Während des Traineeprogramms kann er sich diesen Bereich im Detail anschauen. Dann sagt er, ob ihm eher das Rechnungswesen, die Unternehmenssteuerung oder vielleicht das Controlling mehr liegt – oder eine Kombination daraus“, erklärt Sabrina Schaal. „Aus Unternehmenssicht ist es das Ziel, auf diese Weise Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auszubilden, die über Abteilungs- oder Bereichsgrenzen hinaus denken.“

Die erste Trainee der FLÜWO

Im Februar 2019 startete Sophie Polster das neue 18-monatige Traineeprogramm im Baukostencontrolling der FLÜWO. Damit ist sie die erste Trainee der Genossenschaft.

 

Frau Polster, Sie sind gelernte Immobilienkauffrau. Bevor Sie mit dem Traineeprogramm anfingen, haben Sie schon als Teamassistentin in der Abteilung Technik bei der FLÜWO gearbeitet. Berufsbegleitend studieren Sie außerdem BWL. Wie kam es zu der Entscheidung, nun auch noch das Traineeprogramm bei der FLÜWO zu absolvieren?

 

Für mich ist der Mix aus Studium und Traineeprogramm perfekt. Im Studium lerne ich die Theorie. Das Gelernte kann ich im Arbeitsalltag direkt praktisch umsetzen. Natürlich erfordert die Kombination einen zeitlichen Mehraufwand. Diesen leiste ich aber gerne und sehe das Ganze als große Chance. Außerdem habe ich als Trainee eine klare inhaltliche Marschrichtung. Das motiviert mich ungemein.

 

Wie meinen Sie das?

 

Ich absolviere das Programm im Bereich Baukostencontrolling. Das heißt: Auch wenn es bereichsübergreifende Einsätze gibt, liegt der inhaltliche Fokus – meine Spezialisierung – klar auf dem Baukostencontrolling. Nach Beendigung des Programms soll ich als Schnittstelle zwischen der Technik und dem Unternehmenscontrolling agieren. Somit habe ich ein klares Ziel vor Augen. Nach und nach bekomme ich deshalb schon jetzt immer mehr Aufgaben und Verantwortung übertragen. Daran wachse ich.

„Für mich ist der Mix aus Studium und Traineeprogramm perfekt. Im Studium lerne ich die Theorie. Das Gelernte kann ich im Arbeitsalltag direkt praktisch umsetzen.“

Sophie Polster, Trainee im Baukostencontrolling

Sie hätten sich als Trainee auch auf einen anderen Bereich spezialisieren können. Wieso haben Sie sich für das Baukostencontrolling entschieden?


Ich bin von klein auf immer technisch interessiert gewesen. Meine Fachhochschulreife habe ich auf einem technischen Gymnasium abgeschlossen. Danach habe ich eine kaufmännische Ausbildung im Immobilienbereich gemacht, da mich die Immobilienbranche ebenfalls schon früh reizte. Es war also naheliegend, beide Interessengebiete zu verbinden.

 

Die Baukosten haben sich in den letzten Jahren enorm verändert. Sie sind geradezu explodiert. Gerade in einer Genossenschaft, die nicht profitorientiert arbeitet, sondern für ihre Mitglieder wirtschaftlich agiert, ist es eine spannende Aufgabe, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ich freue mich deshalb sehr darauf, hierfür Verantwortung zu übernehmen: unsere Kostenentwicklung im Blick zu haben, um frühzeitig gegensteuern zu können, Potenziale zu entdecken und den einen oder anderen Prozess zu hinterfragen.

 

Wenn Sie über das Hinterfragen bestehender Prozesse sprechen – Inhalt des Programms ist auch ein eigenes Projekt.


Richtig, es ist Teil des Traineeprogramms, ein eigenes Projekt zu bearbeiten. Darauf freue ich mich, da ich dabei meine eigenen Ansätze verfolgen kann und das Baukostencontrolling aktiv mit aufbaue.

 

Das klingt nach viel Verantwortung.

 

Definitiv. Das macht das Traineeprogramm bei der FLÜWO aus. Aber es lief von Anfang an äußerst strukturiert. Ich fühle mich gut betreut und unterstützt. Das ist vor allem dann beruhigend, wenn man selbst Verantwortung übernimmt.

 

Heißt das, Sie würden das Traineeprogramm der FLÜWO weiterempfehlen?

 

Auf jeden Fall. Es ist die beste Möglichkeit, um sich beruflich wie auch persönlich weiterzuentwickeln. Von Beginn an hat mir die FLÜWO die Zeit eingeräumt, um mir nötige Kompetenzen anzueignen. Ich erhalte alles, was ich brauche, um so viel wie möglich mitzunehmen. So habe ich zum Beispiel an der Weiterbildungsakademie der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen-Geislingen einen Zertifikatslehrgang zur Instandhaltungsmanagerin absolvieren dürfen. Dadurch konnte ich meinen ganzheitlichen Blick auf die Immobilienwirtschaft schärfen.

 

Es ist ein schönes Gefühl, dass der Arbeitgeber uns Mitarbeitende fördert und nun auch diese Weiterbildungsmöglichkeit bietet. Dafür bin ich sehr dankbar.